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26 | 05 | 2013

Devisen

So werden an der Börse Finanzinstrumente bezeichnet, deren eigener Wert vom Kurs anderer Finanztitel oder Waren abhängt. Derivate berechtigen zum Kauf oder Verkauf der zugrunde gelegten Werte zu einem bestimmten Zeitpunkt. Zu den wichtigsten derivaten Finanzprodukten zählen Optionen, Futures, Terminkontrakte und Swaps.

Bei Devisen handelt es sich um Buch- bzw. Giralgeld in Form ausländischer Währungen. Bei ausländischem Bargeld (Münzen, Banknoten) spricht man dagegen von Sorten. Zu den Devisen zählen unter anderem ausländische Konten und Wertpapiere; in fremder Währung geführte Konten im Inland (sog. Fremdwährungskonten), auf fremde Währung lautende Wechsel, Schecks oder Zahlungsanweisungen. Sorten gibt es nur in Form von Münzen und Bargeld.

Nationale Zahlungsmittel können nur im jeweiligen Land unbeschränkt verwendet und zum Begleichen von Forderungen (Schulden) oder zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Um sie auch in anderen Ländern verwenden zu können, müssen Devisen und Sorten in der Regel gegen die dortige Währung getauscht werden. Wenn die heimische Währung wenig Vertrauen genießt oder in Regionen mit vielen Touristen werden Hartwährungen wie Euro oder Dollar oft aber in Läden, Gaststätten oder Hotels auf freiwilliger Basis akzeptiert.

Das Austauschverhältnis (Kurs; Preis) zwischen verschiedenen Währungen wird an den Devisenmärkten ermittelt. In hoch entwickelten, marktwirtschaftlich orientierten Ländern bilden sich die Kurse auf Grund von Angebot und Nachfrage. Sorten dagegen werden nicht am Devisenmarkt gehandelt. Ihre An- und Verkaufspreise bei Banken und Wechselstuben orientieren sich aber am Devisenkurs (plus Handelsaufschlag). In manchen Ländern findet der Umtausch zu festen, vom Staat amtlich festgelegten Kursen statt. Das war z. B. im früheren Ostblock der Fall. Aber auch in vielen Entwicklungsländern oder in Diktaturen wie Nord-Korea wird der Devisenverkehr staatlich streng reglementiert und überwacht. Wer einheimisches Geld ins Ausland bringt, es "schwarz" gegen fremde Währungen tauscht oder ausländische Münzen oder Sorten heimlich zu Hause hortet, muss in manchen Ländern mit harten Strafen rechnen. Deutsche dürfen Devisen im Ausland besitzen und Bargeld unbeschränkt über die Grenze bringen. Sie müssen dabei allerdings das Geldwäschegesetz beachten und Kapitaleinkünfte im Ausland in ihrer Steuererklärung angeben.

Die freie Kursbildung von Devisen untereinander findet am gleichnamigen Markt statt. Die Kurse (bzw. Preise für ausländische Währungen) können sich an den Devisenmärkten von Minute zu Minute ändern - in der Regel allerdings nur an der zweiten oder dritten Stelle hinter dem Komma. Im Verlauf von Tagen und Monaten können sich dagegen erhebliche Kursschwankungen ergeben - zum Beispiel zwischen € und $ oder zwischen Yen und britischem Pfund. Die Ursache dafür können Ungleichgewichte im Aussenhandel sein. Die Kursentwicklung kann auch durch wachsendes bzw. sinkendes Vertrauen in die Stabilität einer Währung beeinflusst werden. Die täglichen Schwankungen werden vor allem durch kurzfristige, spekulativen Überlegungen ausgelöst.

Banken, Hedge-Fonds und andere Finanzinstitute handeln täglich mit Devisen in Milliardenhöhe, da sie im Auftrag ihrer Kunden Euro gegen US-Dollar, Pfund gegen Schweizer Franken oder Yen gegen australisch Dollar tauschen. Aber sie treiben auch einen regen Eigenhandel, um von den Kursschwankungen an den Devisenmärkten zu profitieren.

Auch Privatpersonen können an den Devisenbörsen ebenso wie an den Aktienbörsen Geld anlegen und versuchen Spekulationsgewinne zu erzielen. Devisenspekulation ist allerdings hoch spekulativ und erfordert viel Erfahrung. Weniger erfahrene Anleger können sich seit Mitte 2009 über Ayonda (siehe dort) unter der Führung erfahrener "Signalgeber" an der Devisenspekulation beteiligen.

In Ländern mit hoher Inflation wird oft versucht, durch den Kauf von Devisen den Wert der Ersparnisse zu erhalten. Das gilt z. B. für viele Länder Afrikas. Bis zum Zusammenbruch der sozialistischen Regimes in Osteuropa waren D-Mark und Dollar beliebte Fluchtwährungen. Von dort werden auch lange nach dem Übergang zum Euro immer noch DM-Bestände nach Deutschland gebracht und bei der Bundesbank umgetauscht. Heute wird in vielen wirtschaftlich instabilen Ländern neben dem Dollar vor allem der Euro gehortet. Devisenbesitzer gehen mit der Hortung von Fremdwährung aber immer das Risiko ein, dass seine Devisen einem Kaufkraftverlust unterliegen oder ihr Kurs gegenüber der heimischen Währung sinkt.

Frei konvertierbare (umtauschbare) Devisen können ohne Beschränkungen in andere Währungen umgetauscht werden. Daher werden sie auch als Hartwährungen bezeichnet. Beschränkt konvertierbare Devisen (Weichwährungen) unterliegen in ihrem jeweiligen Heimatland mehr oder weniger strengen Umtauschbeschränkungen. Sie können zum Beispiel nur in beschränkter Höhe oder nur mit amtlicher Erlaubnis von bestimmten Personen oder für genau festgelegte Zwecke in andere Währungen umgetauscht werden. Eine weitere Einschränkung besteht bei Weichwährungen oft auch darin, dass zwischen Inländer- und Ausländerkonvertibilität unterschieden wird. Sie ist "inländerkonvertibel", wenn ein Einheimischer sie im Inland (zumindest in gewissem Umfang) in fremde Währung tauschen kann. Dagegen ist eine Währung ausländerkonvertibel, wenn ein Ausländer sie innerhalb ihres Geltungsbereichs in fremde Währung tauschen kann. Das wird oft sogar staatlich durch günstige Kurse gefördert, da Länder mit solchen Bestimmungen in der Regel unter Devisenmangel leiden.

Nicht konvertierbare Währungen unterliegen immer einer strengen Bewirtschaftung. Der Umtausch in andere Währungen ist verboten oder nur mit Einzelgenehmigung möglich (Devisenzwangsbewirtschaftung).

Seit Einführung des Euro am 1. Januar 1999 wird nur noch die Gemeinschaftswährung, aber nicht mehr die alten nationalen Währungen (die es zunächst noch als Bargeld gab) am Devisenmarkt gehandelt. Dabei änderte sich gleichzeitig noch die Darstellung der Preise für Devisen. In Deutschland war bis zum Stichtag die Preisnotiz (1 US$ = x DM) üblich. Es wurde also immer angegeben, wieviel in DM für einen Dollar gezahlt werden musste. Seit 1. Januar 1999 wird der Wert von Devisen in allen Euro-Ländern in Form der Mengennotiz dargestellt: Wieviel ist ein Euro in Dollar, Pfund, Yen usw. wert? (1€ = x US-Dollar).