BörseDie Börse ist ein organisierter Markt für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, Devisen, Rohstoffen oder für den Abschluß von Termingeschäften. Die bekannteste und populärste Börse ist die Wertpapier-Börse. Hier werden Aktien und Anleihen sowie Optionen und andere "Derivate" gehandelt, die einer kurz-, mittel- oder langfristigen Geldanlage dienen. Der Wert (Kurs) der Papiere ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Nach jedem Handelsabschluß wird der Stückpreis als Kurs notiert und veröffentlicht. Seit Beginn der Währungsunion 1999 findet der Handel in allem zum gemeinsamen Währungsraum gehörenden Ländern nur noch in Euro statt. Deshalb gibt es für Anleger, die in Euroland z. B. französische, niederländische oder italienische Aktien kaufen, kein Währungsrisiko mehr. Der Handel mit Wertpapieren, aber auch mit einer Vielzahl von Waren und Rohstoffen, findet überwiegend an dafür organisierten Märkten statt, den sogenannten Börsen. Wenn in Deutschland von Börse gesprochen wird, dann ist im allgemeinen die Wertpapierbörse gemeint, an der Aktien, Anleihen oder Optionen und andere Derivate gekauft und verkauft werden. Seit Beginn der Währungsunion Anfang 1999 findet der gesamte Wertpapierhandel an den Börsen der Mitgliedsländer ausschließlich in Euro statt. In der Bundesrepublik sind die Landesregierungen berechtigt, Börsen zu errichten und Staatskommissare zu bestellen, die über die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften wachen. Die rechtliche Grundlage dafür ist das Börsengesetz. Für jeden Börsenplatz gibt es darüber hinaus eine Börsenordnung. Nachdem freiwillige Regeln sich als nicht ausreichend erwiesen haben, sorgen gesetzliche Regelungen dafür, dass Insidergeschäfte strafrechtlich verfolgt werden können. Dies alles dient dem Schutz der Anleger vor Manipulationen. Nicht jeder, der Wertpapiere kaufen oder verkaufen will, kann selbst am Börsengeschehen teilnehmen. Mit Börsengeschäften muss immer ein börsenzugelassenes Institut beauftragt werden. Der Kunde wählt für den Kauf von Aktien, Anleihen oder Optionen normalerweise eine Bank oder Sparkasse, die für ihre Dienstleistungen eine Provision verlangen. Die Kreditinstitute oder Brokerhäuser geben den Auftrag elektronisch an das eigene Börsenbüro weiter. Die Mitarbeiter wickeln ihre Geschäfte vor Ort - an einer Präsenzbörse - mit den amtlichen Börsenmaklern ab, die allein berechtigt sind, den Kurs für das Wertpapier zu bestimmen. Die Präsenzbörsen werden allerdings immer mehr durch vollelektronischen Börsen (wie das Xetra-System) verdrängt. Das Auf- und Ab der Kurse spiegeln spezielle Indices wider. Seit Einführung des Euro spielt dabei der gesamteuropäische Stoxx eine zentrale Rolle. Die Entwicklung an den deutschen Wertpapiermärkten zeichnet der Deutsche Aktienindex (DAX) nach. Dazu kommen spezielle Indizes wie der C-DAX. Neben der Wertpapierbörse spielt die Deutsche Terminbörse (DTB) als reine Computerbörse eine wichtige Rolle im Wertpapiergeschäft. Weltweit ist der Dow Jones, der die Kursentwicklung an der New Yorker Wall Street abbildet, der populärste Index. Seine jeweilige Tendenz beeinflußt stark das Stimmungsbild an den Weltbörsen. Die Kurse der gängigen Wertpapieren werden an der Börse an jedem Börsentag aufgrund der vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge fortlaufend festgestellt. Die Kursnotierung obliegt dem Vorstand der Börse, der diese Aufgabe den Kursmaklern überträgt. Die Kursnotierungen werden im Börsensaal für alle Teilnehmer erkennbar an einer Kursanzeigetafel veröffentlicht. Sie sind seit dem Siegeszug des Internet aber auch für jeden aktuell oder leicht zeitverzögert zugänglich, der über einen Anschluß ans Web verfügt. Viele Banken zeigen die Kursentwicklung wichtiger Aktien zudem zeitgleich in ihren Schalterhallen. Die Anleger können die Kursentwicklung auch über verschiedene Fernsehsender verfolgen oder am nächsten Tag im Kursblatt der Tageszeitungen nachlesen. Dabei sollte immer auch auf die "Kurskürzel" geachtet werden, die wichtige Zusatzinformationen für den Anleger enthalten. Die Börse ist somit der transparenteste Markt, den es gibt. Achtung: Auch private Anleger, die zum Homebanking angemeldet sind, können bis kurz vor Börsenschluss über Xetra oder direkt an einer Börse vom heimischen Schreibtisch oder unterwegs per Laptop noch Aktien kaufen oder verkaufen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, auch noch "in letzter Minute" zu reagieren, wenn Sie auf Grund der aktuellen Nachrichtenlage Gewinne mitnehmen oder weitere Verluste vermeiden wollen. Über Xetra wird in Frankfurt zwischen 9 und 17:30 Uhr gehandelt, der Parketthandel steht Ihnen bis 20:00 Uhr zur Verfügung. |