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02 | 09 | 2014

Ratensparen

Wer auf ein bestimmtes Ziel hin sparen will, dem empfehlen die Kreditinstitute das Ratensparen. Dabei wird monatlich ein festgelegter Betrag, zum Beispiel 50 Euro, vom Girokonto auf ein Sparkonto überwiesen. Dabei gibt es einige Varianten. Die Zinsen werden entweder nach der Höhe der angesparten Summe gestaffelt oder setzen sich aus Festzins und einer Bonus- und/oder Prämienzahlung zusammen.

Für Sparpläne und Ratensparen gibt es zahlreiche, zum teil sehr unterschiedliche Angebote. Einige Geldhäuser zahlen die Bonuszinsen jährlich aus. Andere erlauben es Beträge bis zu einem vereinbarten Mindestguthaben vom Konto abheben, ohne dass der Bonus verloren geht. Die Laufzeiten von Ratensparverträgen reichen von einem Jahr bis in alle Ewigkeit. Die Vergleichbarkeit der Sparpläne untereinander ist dadurch oft sehr schwer. Die Vielfalt der Konditionen bei der Grundverzinsung, der Laufzeit und bei den Bonusvarianten macht es den Sparern fast unmöglich, die Rendite selbst auszurechnen. Bestenfalls können die Endergebnisse der verschiedenen Angebote verglichen werden. Das geht allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Anzahl und Höhe der Raten, sowie Sparplanbeginn und -ende genau übereinstimmen.

Bei Sparplänen mit Staffelzins werden die Zinsen meistens laufzeitabhängig gezahlt. In den ersten Jahren liegen die Zinsen meist nur etwas höher als auf dem Sparbuch. Dann steigen sie Jahr für Jahr ein wenig an. Je länger man in den Sparplan einzahlt, desto höher wird die so genannte Grundverzinsung. Bei den Zinsen heißt es aber genau nachfragen: Die meisten Banken bieten über die gesamte Laufzeit nur einen variablen Zinssatz an, der je nach Marktlage geändert werden kann. Dabei sollten Sparer vor allem auf das Kürzel "z. Zt." (zur Zeit) bei der Angabe des Zinssatzes achten. Das bedeutet nämlich nichts anderes, als dass die Zinsen jederzeit an einen Vergleichszins angepasst werden können. Die Banken geben aber meist keine Auskunft über den Vergleichszins. Sie wissen als Kunde deshalb nicht, ob es sich um den Spareckzins oder einen Marktzins wie den Euribor für Tages- oder Monatsgeld handelt. Nur wenn ein konkreter Vergleichszins angegeben wird, haben Kunden eine Kontrollmöglichkeit. Zum Beispiel können sie im Finanzteil Ihrer Tageszeitung nachschlagen, inwieweit sich der marktübliche Zinssatz verändert hat, und können so nachvollziehen, ob Ihre Bank den Vertragszins zeitnah anpasst.

Bei Sparplänen mit variablem Zinssatz besteht das große Risiko, dass die am Ende ausgezahlte Summe geringer ausfällt, als beim Verkaufsgespräch ursprünglich berechnet. Denn in den Werbeprospekten der Banken wird nur mit fiktiven Annahmen gerechnet. Die Endsummen sehen daher verlockender aus, als sie in Wirklichkeit am Ende der Laufzeit sind.

Achtung: Lassen Sie sich beim Vergleichen von Sparplänen nicht von einer einzigen Zahl beeindrucken, zum Beispiel von einer hohen Bonuszahlung oder einer hohen Auszahlungssumme. Letztlich ist nur die Rendite beziehungsweise die voraussichtliche Rendite eine zuverlässige Vergleichsgröße. Fragen Sie unbedingt danach, denn kaum ein Kreditinstitut schreibt die tatsächliche Rendite klar in seinen Werbeprospekt.