PreisagenturenBei Preisagenturen handelt es sich um Spezialdienstleister, die für ihre Auftraggeber nach dem jeweils günstigsten Anbieter für ein Produkt oder eine Dienstleistung suchen. Sie werden an dem ermittelten Preisvorteil anteilig beteiligt. Preisagenturen sind oft auf bestimmte Gebiete spezialisiert. Sie werden sowohl für Unternehmen als auch für Privatkunden tätig. Angesichts der Vielzahl konkurrierender Anbieter ist es für den Käufer oft schwierig oder unmöglich, den jeweils günstigsten Preis für eine Ware oder Dienstleistung zu ermitteln. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um einen Markt handelt, bei dem eine überregionale oder gar weltweite Suche sinnvoll ist. Diese Aufgabe kann aber spezialisierten Dienstleistern übertragen werden, die aufgrund ihrer Marktübersicht, ihrer Erfahrung und den entwickelten Recherchemethoden oft in der Lage sind, ihren Auftraggebern besonders günstige Bezugsquellen für die gewünschte Leistung nachzuweisen. Dabei kann es sich um Güter oder Dienstleistungen aus dem Bereich des privaten Konsums, um Transportleistungen, Hotels, Angebote von Handwerkern oder auch um Investitionsgüter handeln. In der Regel haben sich die Preisagenturen auf bestimmte Sachgebiete spezialisiert, arbeiten für private Auftraggeber oder für Unternehmen. Privatleute, die sich an eine Agentur wenden, müssen exakt angeben, was sie suchen: Beispielsweise ein bestimmtes Möbelstück, ein Fernsehgerät, eine Kamera, ein Auto, eine bestimmte Handwerkerleistung. Dabei ist es wichtig, die genaue Modellbezeichnung zu liefern oder den Umfang der Leistung präzise zu beschreiben, weil nur so verbindliche und vergleichbare Angebote ermittelt werden können. Überdies muss der Kunde angeben, zu welchem Preis er in seinem Umfeld das günstigste Angebot gefunden hat und die Adresse dieses Anbieters nennen. Auf der Grundlage dieser Daten wird dann die Agentur tätig, vergleicht Preislisten, holt Angebote ein, verhandelt mit möglichen Lieferanten. Ob es sinnvoll ist, nur regional zu recherchieren (wie zum Beispiel bei der Suche nach bestimmten Handwerkerleistungen, nach einem Pflegedienst oder einem Grundstück) oder auch national bzw. international Angebote zu prüfen, hängt von der Art der gesuchten Ware oder Dienstleistung ab. Findet die Agentur ein günstigeres Angebot als der Kunde, weist sie ihm die entsprechende Bezugsquelle nach. Damit hat sie - sofern es sich um ein realistisches Angebot handelt - ihre Aufgabe erfüllt und Anspruch auf die vereinbarte Provision. Dies ist in der Regel ein Drittel der Preisdifferenz. Damit sind - sofern keine Sondervereinbarungen getroffen wurden - alle Ansprüche und Leistungen der Preisagentur abgegolten. Kann die Agentur kein besseres Angebot nachweisen oder liegt die Preisdifferenz unterhalb einer vereinbarten Mindestersparnis, besteht kein Anspruch auf Provision. Wenn der Auftraggeber sich nicht zum Kauf entschließt, obwohl die Suche zum Nachweis einer angemessenen Ersparnis geführt hat, muss er dennoch die vereinbarte Provision zahlen. Neben den Agenturen, die vor allem oder ausschließlich für private Kunden tätig sind, gibt es Consultingunternehmen, die nationale oder internationale Preisrecherchen für mittelständische Betriebe oder auch für Großunternehmen durchführen. Dabei handelt es sich oft um solche Anlagen, Maschinen oder Leistungen, die von dem jeweiligen Auftraggeber nicht regelmäßig bezogen werden. Deshalb fehlt vielen Unternehmen in diesem Fall der erforderliche Marktüberblick. Achtung: Auch wenn eine gute Preisagentur nicht kostenlos arbeitet, kann ihre Nutzung sehr preiswert sein, da Sie Ihnen unnötige Ausgaben erspart. In Deutschland besteht eine weit verbreitete Scheu, für Beratung und Service zu zahlen. Dabei ist unabhängiger Rat auch dann wenn er etwas kostet, unter dem Strich meist günstiger als die scheinbar kostenlose Beratung durch Banken, Versicherungen oder Finanzdienstleister. Denn in Wirklichkeit handelt es sich hier um Verkäufer, die in erster Linie an Provisionen interessiert sind, darüber aber keine offene Rechnung ausstellen, sondern im Preis ihrer Angebote verstecken. So zahlen Versicherte oft über viele Monate vermeintlich Beiträge, die in Wirklichkeit aber nicht ihrem Konto gutgeschrieben werden, sondern als Provision den Vertretern zufließen. |