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18 | 06 | 2013

Neuer Markt

Ein inzwischen an der Börse nur noch ungern erwähnter Begriff. Neben den traditionellen Aktienmärkten für große und mittlere Unternehmen sorgten in Deutschland und anderen Ländern Ende der 90er Jahre die so genannten "Neuen Märkte" für Furore. Sie wurden für den Handel mit Aktien junger, dynamischer Unternehmen aus dem Technologiesektor geschaffen. Besonders der Neue Markt in Frankfurt gelangte dabei zu trauriger Berühmtheit.

Nach einem rasanten Aufstieg Ende der 90er Jahre, in der er als erfolgreichste Technologie-Börse Europas gefeiert wurde, geriet der neue Markt an der Frankfurter Börse in den Strudel der weltweiten Börsenkrise, die nach dem Platzen der Spekulationsblase viele Vermögen, die vorher auf dem Papier vorhanden waren, noch schneller vernichtete, als sie zuvor entstanden waren.

Der neue Markt geriet aber auch deshalb in Verruf, weil immer mehr Börsengänge (so genannte IPOs, Initial Public Offer) manchmal fragwürdiger junger Unternehmen sowie betrügerische Aktiengeschäfte, Kursmanipulationen und Bilanztricksereien bekannt wurden. Nicht nur die Anleger, sondern auch die seriösen unter den jungen Unternehmen kehrten dem in Verruf geratenen Markt daher den Rücken. Der Deutschen Börsen AG, die sich vorher im trügerischen Glanz ihrer jungen Börse gesonnt hatte, blieb schließlich nichts anderes übrig, als den Neuen Markt Mitte 2003 in aller Stille zu beerdigen. An seine Stelle trat ein neuer Technologiemarkt und der TecDAX.

Nach dem Großreinemachen bieten die im TecDAX notierten Werte Anlegern die Möglichkeit, in zukunftsträchtige Unternehmen und deren Produkte zu investieren. Die Kontrollen sind schärfer, die Publizität größer. Der Markt ist dadurch seriöser geworden. Allerdings gehören auch Aktien, die im TecDAX notiert werden zu Unternehmen, die ihrer Natur nach nicht so krisenfest sind wie die großen DAX-Unternehmen.

Diese innovativen Firmen haben meist nur eine verhältnismäßig geringe Marktkapitalisierung. Wenn diese Wertpapiere von Brokerhäusern oder Aktieninformationsdiensten empfohlen oder von "Kaufen" auf "Halten" oder gar "Verkaufen" zurückgestuft werden, kann es daher schnell zu starken Kursschwankungen kommen. Es kann deshalb auch nicht ausgeschlossen werden, dass gelegentlich Empfehlungen von "Börsen-Gurus" gezielt gegeben werden, um die Kurse in ihrem Sinne zu bewegen. Unerfahrene Anleger, die sich dann von stark steigenden Kursen blenden lassen, können schnell zum Opfer derartiger Manöver werden.