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Anonymous

unregistriert

1

Sonntag, 21. September 2003, 14:13

Vermietete Eigentumswohnung

Welche Kosten können eigentlich bei einer vermieteten Eigentumswohnung steuerlich angerechnet werden?
Wie steht es wenn die Wohnung zeitweise nicht vermietet ist?

2

Montag, 22. September 2003, 01:59

Hallo skiliner,
ich setze mal voraus, daß Sie das WISO- Sparbuch benutzen.
Dann können Sie all Ihre Ausgaben, die mit der vermieteten Wohnung in Zusammenhang stehen, steuerlich geltend machen und in F -> 1 = Bebaute Grundstücke eintragen.
Dazu gehören u.a.:
Abschreibungen, Schuldzinsen, Geldbeschaffungskosten, Renten und dauernde Lasten, Erhaltungs-, Reparaturaufwendungen, laufende Betriebskosten, Verwaltungskosten und sonstige Kosten, wie z.B. Einbauküche und Garten (falls vorhanden).
Auch wenn die Wohnung zeitweise nicht vermietet wird, aber weiterhin eine Vermietungsabsicht besteht, können die angefallenen Kosten als vorweggenommene Werbungskosten geltend gemacht werden.

3

Samstag, 27. September 2003, 14:14

Hallo,

ich habe eine Küche in einer vermieteten Eigentumswohnung. Wo gebe ich die Abschreibung/Anschaffungskosten für die Küche an. Ich finde lediglich eine Möglichkeit im Programmpunkt "Untervermietung". Dies hat mir das Finanzamt aber in der letzten Erklärung "korrigiert".

Danke im vorau für die Hilfe

Thomas

4

Samstag, 27. September 2003, 19:42

Hallo Thomas,
Ihre Frage wurde bereits hier beantwortet.

Schauen Sie bitte unter Beiträge zu 'Einbauküche' ( Id:= 7445 )
Autor: Gabriele am: 05.02.2003 nach.

5

Sonntag, 28. September 2003, 17:22

Jo, jetzt habe ich es auch gefunden :-))

besten Dank!

6

Freitag, 28. November 2003, 16:02

Wie ist das eigentlich mit den Abschreibungen, Schuldzinsen und Werbungskosten, wenn eine Wohnung nicht mehr vermietet ist, weil sich am Markt zur Zeit kein Mieter findet? Es sind dann ja keine Mieteinnahmen vorhanden. Kann man dann trotzdem negative Einkünfte geltend machen? Reichen kontinuierliche Anzeigen als Nachweis aus?

7

Freitag, 28. November 2003, 18:49

Hallo Martin,
Aufwendungen für eine leer stehende Wohnung sind als vorab entstandene Werbungskosten nur abziehbar, wenn der Entschluss zur Einkunftserzielung endgültig gefasst und später nicht wieder revidiert worden ist. Ob der Entschluss zur Einkunftserzielung endgültig gefasst worden ist, kann nach Auffassung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur beurteilt werden, wenn alle objektiven Gegebenheiten insgesamt gewürdigt werden. Dabei können sowohl hinsichtlich des wirtschaftlichen als auch hinsichtlich des zeitlichen Zusammenhangs keine starren Regeln festgelegt werden.
Ein Anhaltspunkt lässt sich aber aus einem Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg trotzdem ableiten: Der endgültige Entschluss fehlt, wenn noch nicht entschieden ist, ob ein Objekt langfristig vermietet oder kurzfristig verkauft werden soll. Daher hat ein Eigentümer, der in einer Zeitungsannonce alternativ sowohl die Vermietung als auch den Verkauf einer Wohnung anbietet, nicht die endgültige Absicht, Einkünfte durch Vermietung zu erzielen.
Die Richter haben es daher abgelehnt, die Aufwendungen für die leer stehende Wohnung als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zu berücksichtigen. Gegen die Entscheidung wurde Revision eingelegt.

siehe auch:
BFH-Urteil vom 23.7.1997 (X R 106/94) BStBl. 1998 II S. 15

Wenn Sie Ihre kontinuierlichen Anzeigen nachweisen können, dürfte das ausreichend sein.

Anonymous

unregistriert

8

Montag, 5. Januar 2004, 16:58

Hallo,

ich habe folgende Frage:

ich besitze seit 1993 eine ETW ,die ich bis 2001 selbst bewohnt habe. Die Wohnung habe ich unter der damaligen Abschreibung 10e 8 Jahre lang abgeschrieben. Nun ist die Wohnung fremdvermietet. Darf ich die lineare Abschreibung,die in Ihrem Programm bei Vermietung erwähnt wird, denn jetzt trotzdem anwenden ? Oder ist das nicht mehr möglich ?

Danke im Vorraus

André

9

Dienstag, 6. Januar 2004, 08:09

Hallo Andrè,
nach einer Einlage, Entnahme oder Nutzungsänderung eines Wirtschaftsguts ist die weitere AfA wie folgt vorzunehmen:

Hat sich die AfA-Bemessungsgrundlage für das Wirtschaftsgut geändert, ist die weitere AfA nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 2 oder Abs. 4 Satz 2 EStG und der tatsächlichen künftigen Nutzungsdauer oder nach § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG zu bemessen.
Bleiben die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Wirtschaftsguts als Bemessungsgrundlage der AfA maßgebend, so ist die weitere AfA grundsätzlich nach dem ursprünglich angewandten Absetzungsverfahren zu bemessen. [b]Die AfA kann nur noch bis zu dem Betrag abgezogen werden, der von der Bemessungsgrundlage nach Abzug von AfA, erhöhten Absetzungen und Sonderabschreibungen verbleibt [/b](vgl. BFH-Urteil vom 12.12.1985 - BStBl 1986, Teil II, Seite 392, und BFH-Urteil vom 14.2.1989 - BStBl 1989, Teil II, Seite 922).
Ist für das Wirtschaftsgut noch nie AfA vorgenommen worden, so ist die AfA nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 2 oder Abs. 4 Satz 2 EStG und der tatsächlichen gesamten Nutzungsdauer oder nach § 7 Abs. 4 Satz 1 oder Abs. 5 EStG zu bemessen. [b]Nach dem übergang zur Buchführung oder zur Einkünfteerzielung kann die AfA nur noch bis zu dem Betrag abgezogen werden, der von der Bemessungsgrundlage nach Abzug der Beträge verbleibt, die entsprechend der gewählten AfA-Methode auf den Zeitraum vor dem übergang entfallen.[/b]

Besteht ein Gebäude aus mehreren selbständigen Gebäudeteilen und wird der Nutzungsumfang eines Gebäudeteils infolge einer Nutzungsänderung des Gebäudes ausgedehnt, so bemißt sich die weitere AfA von der neuen Bemessungsgrundlage insoweit nach § 7 Abs. 4 EStG.

Beispiel: Änderung der Nutzung

Von den gesamten Herstellungskosten in Höhe von 600.000 EUR eines zum Betriebsvermögen gehörenden Gebäudes, das je zur Hälfte eigenbetrieblichen Zwecken und fremden Wohnzwecken dient, entfallen je 300.000 EUR auf die beiden selbständigen Gebäudeteile. Der eigenbetrieblich genutzte Gebäudeteil wird nach § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG degressiv, der zu fremden Wohnzwecken genutzte Gebäudeteil nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG linear abgeschrieben.
Die jährliche AfA beträgt
a) für den eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil 10% von 300.000 EUR = 30.000 EUR,
b) für den zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteil 2% von 300.000 EUR = 6.000 EUR.
Vom Beginn des 3. Jahres an wird die eigenbetriebliche Nutzung auf ein Drittel des bisher zu Wohnzwecken genutzten Gebäudeteils ausgedehnt.
Von diesem Zeitpunkt an beträgt die AfA-Bemessungsgrundlage für den eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil 400.000 EUR, für den zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteil 200.000 EUR. Für den nunmehr eigenbetrieblich genutzten Teil des bisher zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteils ist die lineare AfA künftig mit dem höheren AfA-Satz des § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG vorzunehmen. Die AfA beträgt somit im 3. Jahr:
a) für den eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil
10% von 300.000 EUR = 30.000 EUR
+4% von 100.000 EUR = 4.000 EUR,
b) für den zu fremden Wohnzwecken genutzten Gebäudeteil
2 % von 200.000 EUR = 4.000 EUR.

Anonymous

unregistriert

10

Dienstag, 6. Januar 2004, 14:40

Hallo, Fruehling,

dein Beispiel ist verständlich, doch wie verhält es sich, wenn man den vermieteten Wohnraum selbst bewohnt hat, dafür die 10e Abschreibung voll ausgeschöpft hat und danach die Wohnung vermietet. Ist dann auch noch eine lineare Abschreibung in vollem Umfang möglich ?

Danke

André

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