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Samstag, 9. Februar 2013, 18:32

Krankenversicherungsbeiträge im Voraus bezahlen?

Hallo zusammen,

im Blickpunkt Steuern Ausgabe 11 / 2011 steht zu lesen, dass es sich lohnen kann, seine Krankenversicherungsbeiträge (maximal für 2,5 Jahre) im Voraus zu bezahlen, wenn man entweder privat oder (wie in meinem Fall) freiwillig gesetzlich versichert ist.

Wegen des progressiven Einkommensteuertarifs spart der höhere Sonderausgabenabzug im Jahr der Zahlung insgesamt mehr Steuern als bei Zahlung der
Beiträge über mehrere Jahre verteilt. Zusätzlich hat man den Vorteil, dass man in den Folgejahren den abziehbaren Höchstbetrage nicht schon allein mit den Krankenversicherungsbeiträgen erreicht und deshalb genügend Spielraum für den Abzug der sonstigen Versicherungsbeiträge wie Berufsunfähigkeits-,
Haftpflicht-, Unfall- oder eine vor 2005 abgeschlossene Lebensversicherung hat, die sonst steuerlich unter den Tisch fallen würden.

Überraschenderweise findet sich sowohl hier im Forum als auch im großen weiten Internet relativ wenig konkretes über diese Sache. Das, was ich gelesen habe, hat mich eher verunsichert. Z. B. schrieb eine Website, dass das nicht funktioniert, wenn der Ehepartner (wie in meinem Fall) pflichtversichert ist. Die Begründung war "wegen der regelmäßigen Zahlungen", was ich nicht mal ansatzweise kapiert habe.

Weiß hier vielleicht irgend jemand näheres über die Geschichte oder hat eine Idee, wo man mehr über diese Sache erfahren kann?

Vielen Dank für alle Antworten!

Frank

häschen

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2

Sonntag, 10. Februar 2013, 22:23

Das gibt keine Geschichte dazu, man muss "nur" verstehen, wie die abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen berechnet werden.

Das geht so:

Grundwissen: einkommensteuerliche Abzugsfähigkeit tritt in dem Jahr ein, in dem die Beiträge gezahlt wurden- Abfluss-Prinzip.

KV- Beiträge sind in voller Höhe abzugsfähig. Immer.
Darüber hinaus sind weitere Vorsorgeaufwendungen wie Haftpflichtversicherung, Arbeitslosenversicherung,..- abzugsfähig- aber insgesamt bis zur Höhe von 2.800 Euro ->1.900 Euro bei denen, die ganz oder teilweise Zuschüsse zu KV oder Krankheitskosten haben (= i. Allg. alle Arbeitnehmer, Rentner und Beamte).

Da die meisten Steuerpflichtigen bereits mit der Krankenversicherung allein die Abziehbarkeitsgrenze von 1.900/2.800 Euro überschreiten, ist weiter eh nichts abziehbar, die HP, AV usw wirken sich also nicht aus.

Zahlen Sie also im Jahr 2013 bereits alle KV- Beiträge für 2014, wirken sich diese in 2013 voll aus.

Dazu noch haben Sie in 2014 keinerlei abziehbaren KV- Beiträge, weshalb sich die anderen Vorsorgeaufwendungen bis zur Höhe von 1.900/2.800 Euro auswirken können.

Das ist der ganze Vorteil.

Für Eheleute erledigt sich der Vorteil dann, wenn die Krankenversicherung des pflichtversicherten allein den abziehbaren Vorsorgeaufwand (1.900 x 2 oder 1.900 + 2.800) ausschöpft- dann nämlich sind im Folgejahr 2014 wieder keine zusätzlichen Versicherungen abzugsfähig.

Außerdem: die Progression würde hier sogar einen Nachteil erwirken.


Ich hoffe, das war verständlich erklärt.
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Liebe Grüße vom häschen

Isa alles viela lustiga, wenn du machste die Hande in die Luftn!

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Montag, 11. Februar 2013, 23:06

Prima, jetzt habe ich es kapiert. In unserem Fall ist es so, dass noch knapp 1500 Euro Freibetrag übrig bleiben würden, wenn ich meine Kranken- und Pflegeversicherungs-Beiträge im Voraus bezahlen würde, da meine pflichtversicherte Frau relativ wenig verdient und daher nicht viel an Kranken- und Pflegeversicherung zahlt. Da kann man noch eine Menge an Versicherungen absetzen, die man sonst nicht absetzen könnte. Ich habe eben in Wiso 2012 mal so getan, als hätte ich die Beiträge für zweieinhalb Jahre auf dem Sparkonto liegen (träumen kann man ja mal), sie dann für zweieinhalb Jahre im Voraus bezahlt und die 1500 Euro Freibetrag mit Unfall-, Haftpflicht- und Lebensversicherungen gefüllt, die ich sonst nicht hätte absetzen können. Das mindert die Steuerlast über die nächsten zweieinhalb Jahre um weit mehr als den Betrag, den ich durch das Nicht-Absetzen der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in dieser Zeit zusätzlich an Steuern zahlen müßte. Das rechnet sich selbst dann noch, wenn man den entgangenen (heutzutage eher lächerlichen) Zinsgewinn auf dem Sparkonto gegenrechnet.

Erstaunlich, dass diese Steuersparmöglichkeit so wenig bekannt ist!

Vielen Dank!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »FrankVonPdaSoft« (11. Februar 2013, 23:41)


häschen

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4

Dienstag, 12. Februar 2013, 08:34

Haben Sie dabei auch einkalkuliert, dass Sie dafür aber mindestens im nächsten Jahr KEINE Krankenversicherung zum Abziehen haben? Bedenken Sie, dass Sie im Folgejahr (in den Folgejahren) dafür eine höhere Steuer zahlen.

Diese Kleinigkeit dürfen Sie bei Ihrer Rechnung nicht außer acht lassen. Der tatsächlich Vorteil besteht allein darin, über die KV-Beiträge hinaus Möglichkeiten zur Abziehbarkeit haben- die KV für sich allein betrachtet bringt aufgrund der steigenden Progression eine höhere Steuerersparnis, wenn Sie auf mehrere Jahre verteilt wird. Ich weiß nicht, ob das durch einen Zinsvorteil aufgefangen werden kann.
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Liebe Grüße vom häschen

Isa alles viela lustiga, wenn du machste die Hande in die Luftn!

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